Alpe-Adria 2018 - meine Espresso-Tour

Im allgemeinen wird die Überquerung der Alpen mit einem Mountain-Bike als Alpencross beschrieben. Bei den Überlegungen und Recherchen zu für mich interessanten Rad-Wander-Touren bin ich dann auf diese sportliche Herausforderung gestoßen. Es gibt unzählige Berichte, Blogs, Routenvorschläge und professionelle Anbieter mit Rundum-Komfort-Service und erfahrenen Guides.

Man spricht über Singletrails, Downhill, das Level, das ultimative Sporterlebnis und viel Technik. Natürlich gibt es auch eine Vielzahl von Anbietern, die einem die Tour komplett von A-Z organisieren. Den Begriff Transalp habe ich dann erst später entdeckt. Unter Transalp werden Touren beschrieben und angeboten, die man mit einem Trekking-Bike unternehmen kann.

Da ich bei meinen ersten Langstrecken-Touren schnell bemerkt habe, das man eine Radtour dieser Qualität "nicht einfach so" macht und insbesondere seine eigene körperliche Verfassung gut einschätzen sollte, plane ich für mich eine erste Alpenüberquerung, der ich den Namen "Espresso-Tour" gegeben habe.

Körperliche Vorbereitung

Bisher bin ich nur Touren im eher flachen Land gefahren. Natürlich gibt es dabei auch immer wieder ernstzunehmende Steigungen, doch nie sind diese Anstiege streckenmäßig so lange wie bei einer Alpenüberquerung. Je nach gewählter Route muss man auch als Rad-Wanderer damit rechnen, das es über 30-40 Kilometer fast nur bergauf geht.

Da ich euch zeigen möchte, das man sich auch als Normal-Sportler mit Mitte 50 noch an so eine Herausforderung herantrauen kann, berichte ich hier auch über meine körperlichen Vorbereitungen.


Hometrainer zuhause
Hometrainer zuhause

Klar, für eine Radtour trainiert man mit dem Fahrrad. Aber was macht man im Winter oder bei schlechtem Wetter?

Meine erste Lösung ist ein einfacher Hometrainer in meinem Zimmer. Aktuell schaffe ich es zwei- bis dreimal die Woche und fahre so um eine Stunde mit steigendem Widerstand.

Lässt es das Wetter zu, hole ich auch das Rad aus der Garage und fahre in meiner Umgebung gezielt Strecken mit längeren Steigungen.


Während meines Home-Trainings schaue ich mir YouTube-Videos von privaten Radtour-Fahrern an. Bei einem Video zur Radtour "Via Claudia" sieht man insbesondere bei den Berg-Etappen deutliche Leistungsunterschiede zwischen dem ambitionierten Ehemann und seiner Frau und spürt förmlich, das sie nicht wirklich glücklich ist.
Bei einer Tourenplanung sollte man daher sehr auf die Ausgewogenheit zwischen den Teilnehmern achten.


Ich habe nun einige Kilometer auf dem Hometrainer absolviert und habe bei meiner letzte Ausfahrt auch schon Verbesserungen bemerkt.
Da ich aber insgesamt meine Kondition und Fitness erhalten und verbessern möchte, ergänze ich meine Vorbereitung durch gezieltes Training in einem Fitness-Studio.
Ich habe einige Probe-Trainings absolviert und mich dann für ein Studio der McFit-Gruppe entschieden.


Ob zuhause oder im Studio - Radfahren in der Natur ist durch nichts zu ersetzen. Das Wetter hat eine kleine Trainingsrunde erlaubt.Es sind zwar wenige Höhenmeter, aber mit hohen Gängen und mit viel Schlupf auf matschigen Wegen muss man schon etwas tun.

Welche Route fahre ich?

Meine Recherchen ergeben das es von den Westalpen bis zu den Ostalpen grob sechs Transalp-Touren mit diversen Varianten gibt. Mein derzeitiger Plan sieht vor, das ich im März oder April eine Tour fahren möchte.

Da um diese Zeit in den höheren Lagen noch mit Schnee gerechnet werden muss, werde ich das bei der Auswahl und der Etappenplanung berücksichtigen.

 

Meine Espresso-Tour habe ich nun ab Freitag 20.04. bis Samstag 28.04.2018 geplant und wird nach derzeitigem Stand mit rund 448 km meine bis dahin längste Radtour werden.


vorläufige Tourenplanung

Anfahrt

Von Meitingen geht es für 19,90 Euro (zzgl. 4,50 Euro für das Fahrrad) schon recht früh in 3 1/2 Stunden nach Salzburg. Dort werde ich um ca. 9.00 Uhr ankommen und damit ausreichend Zeit für die erste Etappe haben.

1) Freitag | Salzburg bis Pfarrwerfen (ca.51 km)

Da ich noch nicht einschätzen kann, wie ich mit den Anstiegen zurecht komme, plane ich die erste Etappe vorsichtig. Auf 51 km habe ich 520 Höhenmeter mit zwei größeren Anstiegen (13% Steigung) zu bewältigen.
Als für mich lohnende Stopps habe ich mir die Brauerei Kaltenhausen, den Gollinger Wasserfall und die Salzachöfen am Pass Lueg vorgemerkt.. Das abendliche Ziel zur Übernachtung ist der Campingplatz Vierthaler (ab 15.04. geöffnet, ca. 13 Euro/Nacht) bei Pfarrwerfen.


2) Samstag | Pfarrwerfen nach Gastein (ca.50 km)

Der zweite Tag mit ca. 830 Höhenmeter auf 51 km dürfte für mich die größte konditionelle Herausforderung sein. Ob ich auf dieser Etappe noch Lust auf größere Stopps habe oder froh bin die Landschaft zu genießen und das Tagesziel zu erreichen, kann ich noch nicht sagen.

Die 11 km lange Strecke von Schwarzach bis Klammstein (nördlich von Dorfgastein) ist landschaftlich sehr schön, hat aber auch zwei Besonderheiten, die man vorher wissen sollte:
Zum einen sind auf dem ersten Teil von Schwarzach bis zum sogenannten Ausgleichsbecken 2,5 km und eine Höhendifferenz von 130 Meter zu überwinden und
zum zweiten ist bei der Abzweigung in das Gasteiner Tal der 1,5 km lange Klammtunnel zu durchfahren.Im Tunnel gibt es zwar eine eigene, abgetrennte Spur für Radfahrer, aber es gibt doch manche, die diese 1,5 km nicht mit dem Rad fahren wollen.

 

Das abendliche Ziel ist der Camping Pub in Bad Gastein (ca. 16 Euro/Nacht).


3) Sonntag | Gastein über Mallnitz und Millstätter See nach Annenheim am Ossiacher See (ca. 85 km)

Der Tag beginnt mit 5 km Anfahrt bis zum Bahnhof Böckstein. Dort werde ich den Zug durch die Tauernschleuse bis nach Mallnitz benutzen.

Nach den vorangegangenen Anstiegs-Etappen geht es ab dem Bahnhof Mallnitz auf ca. 50 km mit ca. 890 Höhenmeter überwiegend bergab. Die geplante Route führt mich entlang am MIllstätter See über den Afritzer See bis nach Annenheim am Ossiacher See. 

Ziel: Campingbad Ossiacher See (ganzjährig geöffnet, ca. 15 Euro/Nacht)

4) Montag | Ossiacher See nach Pontebba (ca.61 km)

Übernachtung: Albergo Caffee Vecchio


5) Dienstag | Pontebba nach Udine (ca. 75 km)

Übernachtung: MARAMEO Bed & Breakfast


6) Mittwoch | Udine nach Grado (ca. 60 km)

Ziel: Campeggio Al Bosco


7) Donnerstag | chillen in Grado

Campeggio Al Bosco


8) Freitag | chillen in Grado

Campeggio Al Bosco


9) Samstag | es geht wieder nach Hause

Mein erster Zug Richtung Heimat fährt um 07:14 Uhr ab Udine. Vom Campingplatz bis zum Bahnhof Udine sind es ca. 52 km. Das bedeutet sehr früh aufstehen, packen und radeln. Im Zug kann ich mich dann sicher ausschlafen.


Tipps für den Heimweg

Die nächstgelegenen Bahnhöfe von Grado (Endpunkt des Ciclovia Alpe Adria Radweges) sind in Cervignano (ca. 20 km nördlich von Grado) oder östlich in Ronchi (ca. 23 km) bzw. Monfalcone (ca. 24 km).

 

Nach einiger Recherche durch die verschiedenen Bahnportale habe ich eine schnelle Verbindung zu günstigem Preis gefunden und über die deutsche Bahn gebucht:
Von Udine nach Villach um 13 Euro; und ab Villach bis nach Meitingen in der 1.Klasse um 39 Euro. Dazu kommt noch die internationale Fahrradkarte für die gesamte Strecke zu 10 Euro.

Wichtig: Die Züge kann man alle online buchen, nur den Fahrradstellplatz leider nicht. Das geht nur am Telefon und liegt an der grenzüberschreitenden Verbindung. Gerade bei den schnellen Verbindungen (Railjet) kann ich mir vorstellen, das die Stellplätze rar und in der Saison schnell ausgebucht sind.

 

Ich freue mich sehr, das ich für insgesamt 64 Euro in ca. 11 Stunden nach Hause komme.