Donauradweg 3.Teil - die Planung von Wien nach Budapest

Karin und ich haben Ende März eine Woche gemeinsam Urlaub. Wir wollen keine großen Strecken mit dem Auto oder Flugzeug zurücklegen, aktiv sein, etwas erleben und nicht zu viel Geld ausgeben. Mein Vorschlag den Donauradweg ab Wien bis Budapest gemeinsam unter die Räder zu nehmen, findet Anklang. Karin ist viel mit dem Rad unterwegs und hat seit letztem Jahr auch ein neues, tolles und vor allem reisetaugliches Fahrrad.

 

Die Tour ist mit ca. 300 km zwar lang, hat ihre Tücken aber eher in der Planung, der Logistik und der Infrastruktur als in Höhenmetern oder Technik am Fahrrad. Karin ist mit diesen Herausforderungen an ihre erste längere Radtour einverstanden.


Empfehlungen


Karin`s Fahrrad

Im vergangenen Jahr haben wir für Karin ein neues Fahrrad für den Alltagsbetrieb und für die zukünftigen gemeinsamen Radtouren gekauft.
Ähnlich wie bei mir haben ihr die üblichen Mountainbikes, Hollandräder oder Trekkingbikes nicht so wirklich gefallen.

Das 24/7 von Diamant hat sie dann letztlich überzeugt. Das 24/7 steht für 24 Stunden an 7 Tagen der Woche einsatzbereit. Neben einem stabilen Aluminium-Rahmen hat das Rad eine Shimano-Nexus-Nabenschaltung mit Revo-Drehgriff-Schaltung in Kombination mit einem Gates-Riemenantrieb.


Zubehör

Als Zubehör hat das Rad noch einen sehr stabilen Gepäckträger von Racktime und einen Klickfix-Adapter mit passender Lenkertasche bekommen.

Für die Radtour haben wir nun noch zwei Gepäcktaschen gekauft. Im aktuellen Vergleich haben mich wieder die Taschen von MSX in der aktuellsten Version überzeugt.


Sicherheit

Bis dato bin ich meine Touren ohne Fahrradhelm gefahren. Da in der Slowakei das Tragen eines Helms außerhalb geschlossener Ortschaften verpflichtend ist und ich mir schon öfters Gedanken über den Radfahrer-unfreundlichen Verkehr in Ballungsräumen gemacht habe, steht nun auch die Anschaffung von vernünftigen Helmen auf dem Plan.

 

Die Vorgabe verschiedener Länder nach "reflektierenden Mitteln" lösen auf jeden Fall die Taschen von MSX sowie die serienmäßigen Reflektoren an unseren Rädern.

 

Ein Helm muss passen und angepasst werden. Der Händler meines Vertrauens Radsportstudio Meitingen hat eine große Auswahl, man kann jedes Modell ausprobieren und der Chef persönlich passt einem den Helm an.
Wir haben uns für das Modell "CARAPAX" von Alpina entschieden. 


Da das Wechseln eines kaputten Reifens an sich schon ärgerlich ist und bei einem voll bepackten Fahrrad mit Riemenantrieb auch aufwendig werden kann, haben wir auch Karin`Fahrrad auf pannensichere Schwalbe Marathon Plus Bereifung umrüsten lassen.

Die ersten Vorbereitungen und Planungen

Nach meinen guten Erfahrungen im Teil 2 werden wir die Anreise nach Wien wieder mit FLIXBUS machen. Da nicht jeder Bus auf jeder Strecke Fahrräder transportiert und der Transport auf 3 Fahrräder beschränkt ist, ist eine frühzeitige Buchung notwendig.
Wir haben Glück, und am 24. März wird uns ein FLIXBUS  für insgesamt 173 Euro ab Augsburg nach Wien und 1 Woche später von Budapest wieder zurück nach Augsburg bringen. Jetzt geht es um die weitere Details: Strecken-/Etappenplanung, Übernachtungen, Sightseeing, Radtechnik usw.


1.Tag (Samstag) Anreise und Stadt Wien

Wir werden in Augsburg recht früh in den Bus steigen und am frühen Nachmittag in Wien am ZIB (internationaler Busbahnhof) ankommen. Für die erste Nacht unserer Reise haben wir über booking.com in der Nähe des Wiener Westbahnhofs ein günstiges Hotelzimmer (2 Personen im DZ, Gemeinschaftsbad,48 Euro) gebucht. Von dort aus ist man mit kurzen Wegen in der Innenstadt und auch die öffentlichen Verkehrsmittel lassen sich bequem nutzen.

Als kleine Start-Motiviation habe ich für den Abend 2 Karten für die "Lange Nacht des Kabaretts" reserviert. Erst Wiener Beisl-Küche in der Kulisse und dann hoffentlich den Dialekt verstehen.


2.Tag (Sonntag) Wien//Bratislava (78 km)

Da wir an unserem Ziel Budapest auch Zeit für ein wenig Sightseeing haben wollen, möchte ich die ersten Tage mit hoher Motivation nutzen, um auch Strecke zu machen. Die 1.Etappe von Wien nach Bratislava führt überwiegend auf der Nordseite der Donau durch den Nationalpark Donauauen und dürfte mit einer Strecke von rund 78 km am ersten Tag für uns beide machbar sein.

Da jeder Reiseführer die historische Altstadt von Bratislava empfiehlt, habe ich ein passendes Hostel für 33,40 Euro gebucht.


3.Tag (Montag) Bratislava//Györ (82 km)

Ab Bratislava wollen wir der Donau weiter auf der slowakischen Seite folgen. In der Nähe des Ortes Medvedov führt uns eine Brücke über die Donau und über die Grenze nach Ungarn. Die Stadt Györ ist unser abendliches Ziel dieser 2. Etappe.

Auch für Györ konnte ich über booking.com ein altehrwürdiges Hotel in der Innenstadt buchen. Für 52,30 Euro gibt es ein Doppelzimmer inkl. Frühstück.


4.Tag (Dienstag) Györ//Komarom (48 km)

Nach 2 längeren Etappen schließt sich eine sehr moderate Etappe mit ca. 48 km an. Es bleibt damit Zeit, sich nach einem gemütlichen Frühstück noch Györ anzuschauen und sehr gemütlich zu radeln. Die Route führt hier über das flache ungarische Land.bis zu den Schwesterstädten Komarom auf der ungarischen und Komarno auf der slowakischen Seite.

Für die Übernachtung habe ich mich für das slowakische Komarno entschieden. Auch hier gibt es mit 28,10 Euro ein günstiges Angebot mitten im Stadtzentrum. 


5.Tag (Mittwoch) Komarom//Esztergom (54 km)

Vor der etwas längeren, letzten Etappe in die ungarische Hauptstadt gibt es noch einmal eine kurze Etappe auf der slowakischen Donauseite. Da alle Radreiseberichte davon sprechen, das die Radwege oft nicht mit unseren deutschen Vorstellungen Schritt halten, können auch 54 km auf holprigen Wegen anstrengend werden. 

In Esztergom erwartet uns ein einfaches Hostel und kostet 23 Euro.


6.Tag (Donnerstag) Esztergom/Budapest (81km)

Nach zwei eher gemächlichen Tagen hat es die letzte Etappe mit 81 km noch einmal in sich. Vor allem der städtische Verkehr wird große Aufmerksamkeit erfordern. Ich zähle da aber auf die Motivation nach etwa 340 Kilometer am Ziel anzukommen.

Bei meinen Recherchen bekam ich den Tipp, die Strecke Esztergom bis Visegrad mangels Radweg und einer dafür viel befahrenen Straße auf der ungarischen Donauseite mit einem Linienschiff abzukürzen. Wenn wir den Anleger finden machen wir das, ansonsten fahren wir auf der slowakischen Seite.

Budapest ist bei Besuchern sehr beliebt; dennoch konnte ich eine einfach Bleibe in einer Art Hostel finden. 2 Nächte zu 38,70 Euro.


7.Tag (Freitag) Budapest Sightseeing

Wenn alles klappt, dann haben wir den Donnerstag Abend und den ganzen Samstag Zeit uns in Budapest treiben zu lassen. 


8. Tag (Samstag) Heimreise

Der Flixbus bringt uns nach einem gemütlichen Frühstück ab 11:20 Uhr wieder nach Hause.